bei Freudenstadt

Bergbau

Bergbau im Christophstal

Eines der ältesten Gewerbe im Christophstal ist der Bergbau. Bereits 1267 wurde der Bergbau hier in der Gegend erwähnt. In der Urkunde, die dem Kloster auf dem Kniebis seine Selbstständigkeit gibt, wird auch die Aufteilung des Bergzehnten geregelt. Aber es ist unklar, wo dieser Bergbau genau stattfand. Die ersten Bergbauaktivitäten im Forbach werden sich darauf beschränkt haben, die Erze im Tagebau abgebaut zu haben. Einen Hinweis darauf gibt es an der oberen Sophia, wo es auf dem Grubenplan heißt Schurf welcher von denen Alten niedergeschlagen und damit der Gang entblößet worden".

Die ersten bekannten Bergbauaktivitäten im Stadtgebiet wurden 1475 erwähnt. Soweit bekannt ist, wurde aber erst 1542 mit dem Bergbau im Forbachtal begonnen. Die Initiative ging von Herzog Christoph aus, der damals den Christophsstollen in Richtung Kienberg graben ließ, um Silbererz zu fördern. Dieser Stollen führte fast 600m in den Kienberg hinein.

Etwas talabwärts wurde ein weiterer Stollen gegraben - der Friedrichsstollen.

Im Laufe der Zeit wurde eine ganze Reihe von Stollen im Tal des Forbaches gegraben, von denen entweder die Lage nicht mehr bekannt ist oder der Name des Stollens vergessen wurde. Manch ein Stollen hat auch den Namen gewechselt, wie die Straßburgerin, die später als Ferdinand betrieben wurde. Von manchen wissen wir viel, von manchen nur ein paar dürre Worte. Andere sind vergessen...

Wir wissen aber, daß im 16. Jahrhundert Erz gefördert wurde, aus dem Silber gewonnen wurde. Im Hauptstaatsarchiv Stuttgart gibt es einige rechnungen aus der Zeit, aus denen das hervor geht2,3. In einer Noch früheren Rechnung ist auch von einem "Bergverweshaus" im Christophstal die Rede4, das Uhren und ein Zimbelglöckchen erhalten habe

Bekannte Gruben oder Stollen im Forbachtal:

Daneben gibt es weitere Stollen, von denen zwar die Namen bekannt sind, aber leider die Lage nicht mehr. Dazu gehören 3 Hüttenstollen, der Schmitten- oder Schmiedestollen, der Vertragstollen und der St. Markusstollen. Es mag weitere Stollen gegeben haben, zu denen die Informationen in den Nebeln der Geschichte verschwunden sind. 

Anfangs wurde im Christophstal nach Kupfer und Silber gegraben, später nach Eisenerz, das auch im Tal verarbeitet wurde. Der letzte Stollen, der zwar nicht in Betrieb, aber betriebsbereit ist, gilt dem Schwerspat. Es ist der Dorothea-Untersuchungsstollen.

Der Bergbau wurde im Tal nicht permanent  betrieben. Immer wieder wurden Gruben still gelegt. Entweder, weil sie (kurzfristig) nicht den gewünschten Erfolg brachten oder weil es technische Schwierigkeiten gab, die einen Betrieb der Grube unwirtschaftlich erscheinen ließ. So waren zeitweilig nur 2 Hauer damit beschäftigt, Erz abzubauen.

Betrieb der Gruben

Auch wenn dem Herzog von Württemberg das Bergrecht zustand, gab es unterschiedliche Formen, die Gruben zu betreiben. Diese änderten sich auch im Laufe der Zeit. Teilweise hat der Herzog die Gruben alleine betrieben, teilweise wurden sie zumindest zeitweilig von sogenannten Gewerken oder Gewerkschaften betrieben. Das sind Genossenschaften, die zusammen eine Grube betrieben. Die Anteile, Kuxe genannt, brachten dem Inhaber (Gewerke) nicht nur einen Anteil des Gewinns ein, sondern beinhalteten auch die Pflicht, Kapital nachzuschießen, wenn die Grube keinen Gewinn abwarf. Er war dann zur Zubuße verpflichtet. Inhaber von Kuxen waren meistens Adlige oder reiche Bürger.

Diese Gewerkschaften pachteten die Gruben und beschäftigten die Bergleute, die, wenn es gut lief nach Arbeitszeit, oder nach der abgebauten Menge bezahlt wurden. Es gab aber auch Fälle, in denen die Stollen an die Bergleute weiter verpachtet wurden, die dann als Subunternehmer arbeiteten. Auf eigenes Risiko...

Häufig wurden die Gruben nur kurz betrieben und dann wieder eingestellt. Neben immer wieder auftretenden Problemen mit Wasser in den Stollen war es ein großes Problem, daß sich der Bergbau wirtschaftlich nicht lohnte. Kurzfristig - wie von den meisten Gewerken gedacht - schon gar nicht. Sie blieben die Zubußen schuldig, zu denen sie eigentlich verpflichtet waren. Irgendwann liefen deshalb die Bergleute davon, weil sie ihren Lohn nicht bekommen hatten. 

Quellen:

  1.  Grund- und Seyger Riß über den Sophieer Stollen, welcher im St. Christophstal ohnweit der Alten Schmelzhütte angeleget und nach einem erschürfften Gang getrieben wird, 1753 (Stadtarchiv Freudenstadt) 
  2. Rechnung 1581/82, HStA Stuttgart,  Sig. A 256 Bd 67
  3. Rechnung 1585/86,  HStA Stuttgart, A 256 Bd 71
  4. Rechnung 1578/79, HStA Stuttgart, A 256 Bd 64

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