bei Freudenstadt

Frischofen

Das Eisen, das aus einem Rennofen kommt, ist hart und spröde. Hauptursache ist ist das Kohlenstoff. Damit es geschmiedet werden kann, muß der Kohlenstoffanteil verringert werden.Ziel ist ein Kohlenstoffgehalt, der unter etwa 2% liegt, besser unter 0,8%. Letzteres ist dann Stahl...

Dazu dienen die Frisch- oder Läuterfeuer.

In ihnen wird das Roheisen bei starker Hitze wieder aufgeschmolzen. Dabei wird mit einem Blasebalg oder aus einem Gebläse Luft über die flüssige Eisenmasse geführt, wodurch der Kohlenstoff verbrennt. Zwischendurch muß das flüssige Eisen immer wieder umgerührt werden, damit es gleichmäßig wird undnicht nur ein Teil des Eisens einen geringen Kohlenstoffgehalt hat. 

Das Frischen dauert 5-6 Stunden. Dabei wird viel Energie verbraucht, das heißt, daß viel Heizmaterial verbraucht wurde.

Nach 5-6 Stunden ließ man das Eisen soweit abkühlen, daß es aus dem Feuer entnommen werden konnte. Dann wurde es geschmiedet, um Schlacken zu beseitigen, die noch im Eisenklumpen sein konnten.

Das Ergebnis waren Barren oder Stabeisen.

Georg Agricola, DE RE METALLICA, 1556, Übersetzung v. Carl Schiffner, VDI-Verlag Berlin, 1928

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