bei Freudenstadt

Haus Württemberg

Am Hang gegenüber der Dorothea-Grube gab es eine weitere Grube im Forbachtal: die Grube Haus Württemberg.  Nach der Karte von 1778 liegt sie etwas talabwärts der Stelle, an der die Walkenstiege auf die Talstraße stößt. Allerdings gibt es über die Lage unterschiedliche Auffassungen. In einem Berrgwerksplan, der etwa aus er Zeit 1750 datiert, ist sie gegenüber der Schmelze eingezeichnet.

41 = Grube Haus Württemberg
42 = Alte Kupferschmelze

Links unten ist noch die Walkensteige zu sehen.

Die Grube wurde nach einer Quelle seit 1550, nach einer anderen seit 1564 betrieben1 und gehört damit zu den älteren im Tal. In ihr wurde vor allem Fahlerz abgebaut, es konnten jedoch auch andere Mineralien wie Baryt nachgewiesen werden.

1598 wird sie wieder als in Bau erwähnt, dann 1663 im Bergbauprivileg aufgenommen2

1671 war sie noch in Betrieb, aus dem Jahr liegen sogar Informationen über die Belegschaft vor. Damals wurden zwei Steiger, siebenundzwanzig Hauer und neun Scheider in zwei Stollen3. Bald danach muß sie allerdings ihren Betrieb eingestellt haben. 1720 hofft der Bergverwalter Abraham Wolf jedoch, sie wieder in Betrieb nehmen zu können4.

In den Jahren 1776 bis 1780 war die Grube wieder in Betrieb. Im Hauptstaatarchiv Stuttgart finden sich Quartalsabrechnungen aus dieser Zeit. Sie beginnen mit dem 2. Quartal 1776 (Trinitatis)  und enden mit dem ersten Quartal 1780 (Riminiscere)6.

 Quellen:

  1. Kurt F. Kunzmann, Freudenstädter Beiträge 8/1992 - Der Bergbau und die Mineralien des Freudenstädter Reviers, 1992, S. 21
  2. ebd.
  3. Ute Ströbele, St. Christophstal und seine wirtschaftliche Entwicklung in der frühen Neuzeit, in: Planstadt Kurstadt Freudenstadt, G. Braun GmbH, Karlsruhe, 1999, S. 143
  4. Kurt F. Kunzmann, Freudenstädter Beiträge 8/1992 - Der Bergbau und die Mineralien des Freudenstädter Reviers, 1992, S. 21
  5. Plan von der Herzoglich württembergischen Eisenfactorie Sankt Christophstal mit den oberen, unteren und neuen Werken (1778, Stadtarchiv Freudenstadt)
  6. Quartalsabrechungen 1776 - 1780, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Signatur A 302 Bd. 14894 bis A 302 Bd. 14898

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